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Endlich 18, aber noch kein Ende der (Vor-) Sorge – Warum eine Vollmacht der Eltern sinnvoll ist

Wenn die Kinder volljährig werden, denkt man als Eltern an vieles; aber daran zu denken, dass man im Vorsorgefall auch weiter für die Kinder handeln kann, wird leider häufig vergessen.


Die Kinder werden volljährig und flügge, vielleicht auch verbunden mit einem Auszug. Aber wer sorgt für die Kinder, wenn ihnen dann etwas zustößt? 

Man will es sich nicht vorstellen, aber das Kind erleidet einen schweren Unfall

Um die ganze Problematik zu verdeutlichen, stellen wir uns vor, dass die 22-jährige Tochter am Studienort einen schweren Verkehrsunfall erleidet und auf die Intensivstation kommt. Wenn bis dahin nichts geregelt wurde, wird es sehr schwierig für die Eltern, Auskünfte zu bekommen oder Einfluss auf die Behandlung zu nehmen.

„Mit 18 hat man noch Träume“, aber vor allem die juristische Eigenständigkeit

Denn mit der Volljährigkeit verlieren die Eltern sozusagen die Berechtigung, das Handeln der Kinder zu bestimmen. Das gilt leider auch dann, wenn die Kinder zeitweise oder dauerhaft nicht geschäftsfähig sind. In diesem Falle bestimmen die Gerichte einen Betreuer, der ab diesem Zeitpunkt handelt.

Wann ist das Handeln von anderen notwendig?

Neben der oben skizzierten Unfallsituation gibt es noch viele weitere Situationen, bei denen ein schnelles Handeln erforderlich wäre. Sei es nun, dass die Kinder sich auf einem Auslandssemester befinden, denn nicht alles lässt sich per E-Mail und PDF regeln. Auch finden sich immer mehr junge Erwachsene in einer schwierigen Burn-out-Situation wieder, in der Hilfe und Unterstützung von außen willkommen ist.

Was ist der Ausweg?

Hier hilft eine Vorsorgevollmacht: Das ist eine Art Vertrag, in dem der Vollmachtgeber festlegt, dass ein anderer Mensch (Bevollmächtigter), z. B. ein Elternteil, für ihn entscheiden soll.

Was gilt es zu beachten?

Die Vorsorgevollmacht unterliegt gesetzlich keiner bestimmten Form. Sie wäre sogar mündlich vorstellbar; aber wie kann diese dann im Ernstfall bewiesen werden? Deshalb sollte die Vollmacht wie ein schriftlicher Vertrag aufgesetzt werden. Darin müssen der Vor- und Nachname, Adresse und Geburtsdatum des Vollmachtgebers enthalten sein. Auch der Bevollmächtigte sollte am besten mit Vor- und Nachnamen, Adresse und Geburtsdatum genannt werden. Am besten ist es, wenn sowohl der Vollmachtgeber als auch der Bevollmächtigte mit Datumsangabe den Vertrag unterzeichnen.

Was kann in der Vollmacht geregelt werden?

Der Vollmachtgeber kann in der Vollmacht regeln, wie weit die Handlungsbefugnisse des Bevollmächtigten gehen. 

Es kann im Bereich Gesundheit geregelt werden, inwieweit der Bevollmächtigte das Krankenhaus, den Arzt oder den Pflegedienst auswählen darf, die Krankenakten einsehen kann und auch Untersuchungen und Behandlungen erlauben kann.

Für den Bereich Kommunikation kann geregelt werden, die Post und Pakete in Empfang zu nehmen, aber auch E-Mails zu lesen. 

Und bei längerer Abwesenheit ist es hilfreich, auch für den Bereich Finanzen eine Regelung getroffen zu haben, so dass der Bevollmächtigte fällige Rechnungen bezahlen und sonstige Bankverfügungen vornehmen kann.

Braucht man auch einen Notar?

Eine Beglaubigung der Vollmacht durch einen Notar ist stets dann erforderlich, wenn der Bevollmächtigte für den Vollmachtgeber Immobilientransaktionen durchführen oder Bankdarlehen aufnehmen soll.

Ab wann gilt die Vorsorgevollmacht?

Es kann in der Vollmacht geregelt werden, dass diese sofort vollumfänglich gilt. Es ist aber auch nicht ungewöhnlich, wenn gewünscht wird, dass diese erst zum Tragen kommt, wenn der Vollmachtgeber geschäftsunfähig ist.

Vorsorge ist gut, auch wenn die Kinder volljährig sind

Es ist immer besser, sich auch mit unangenehmen Situationen vorab zu beschäftigen, um dann, wenn es ernst wird, gewappnet zu sein. Also sollte man das Thema der Vorsorgevollmacht bei den erwachsenen Kindern ansprechen, insbesondere dann, wenn eine längere Reise oder Auslandssemester anstehen. 

Achtung, Vorsorge ist keine Einbahnstraße!

Bei alledem sollte man sich aber nicht wundern, wenn die erwachsenen Kinder einen ernst anschauen und fragen: Und wie sieht es bei euch aus? Denn eines ist sicher, Vorsorgevollmacht ist keine Frage des Alters, es betrifft jeden.

Ihr Ansprechpartner

Michael Brenner

Steuerberater

E-Mail: michael.brenner@falk-co.de

Tel: +49 6221 399 0


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