Themen Steuerberatung

Update Kurzarbeitergeld zu den aktuellen Änderungen

Erhöhung des Kurzarbeitergeldes für Langzeit-Kurzarbeiter kommt sicher, die Steuerfreistellung des Arbeitgeberzuschusses kommt wohl bald

Mit dem Sozialschutzpaket II erhöht der Gesetzgeber das Kurzarbeitergeld und weitet die Hinzuverdienstmöglichkeiten für Beschäftigte in Kurzarbeit aus.

Außerdem liegt dem Bundestag ein (weiterer) Gesetzesentwurf zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise vor (Corona-Steuerhilfegesetz). Laut diesem Entwurf sollen u.a. Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld teilweise steuerfrei gestellt werden.


Sozialschutzpaket II: Erhöhung Kurzarbeitergeld

Der Gesetzgeber hat am 15.05.2020 mit dem Gesetz zu sozialen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie (Sozialschutz-Paket II) das Kurzarbeitergeld erhöht. Das Kurzarbeitergeld steigt für diejenigen, die Kurzarbeitergeld für ihre um mindestens 50 Prozent reduzierte Arbeitszeit beziehen, ab dem vierten Monat auf 70 Prozent (zuvor waren dies 60 Prozent). Arbeitnehmer mit Kindern erhalten weiterhin zusätzliche 7 Prozent. Ab dem siebten Monat erhöht sich das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent (bzw. 87 Prozent für Haushalte mit Kindern).

Für die Berechnung der Bezugsmonate gilt März als erster Bezugsmonat. Somit greift die Erhöhung auf 70 Prozent (bzw. 77 Prozent) frühstens ab dem Monat Juni. Dies gilt unabhängig davon, ob bereits vor März eine Arbeitszeitreduzierung beim Arbeitnehmer vorlag oder nicht. Die Erhöhung auf 80/87 Prozent greift frühstens ab dem Monat September. Die erhöhten Sätze gelten zunächst bis zum 31.12.2020.


Sozialschutzpaket II: Änderungen bei Hinzuverdienst

Darüber hinaus dürfen ab 1. Mai 2020 Arbeitnehmer in allen Berufen durch einen Nebenjob bis zur vollen Höhe ihres bisherigen Monatseinkommens hinzuverdienen, ohne das es die Höhe des Kurzarbeitergeldes beeinflusst. Die Beschränkung auf systemrelevante Berufe wird aufgehoben. Die Regelungen sind zunächst ebenfalls bis Jahresende befristet.


Damit muss der Arbeitgeber nur noch wie folgt prüfen, ob die Hinzuverdienstgrenze überschritten ist:


Prüfung 1:         

Handelt es sich um eine geringfügige Beschäftigung (Minijob)?

Wenn ja:

Nach Verwaltungsanweisung der Bundesagentur für Arbeit kann ohne weitergehende Prüfung angenommen werden, dass es nicht zum Überschreiten des bisherigen Monatseinkommen kommt.


Wenn nein:

Prüfung 2:         

Soll-Entgelt abzüglich [Kurzarbeitergeld + Ist-Entgelt + ggf. Aufstockungsbetrag] = anrechnungs-freier Betrag

Übersteigt der Hinzuverdienst den anrechnungsfreien Betrag, erhöht sich das Ist-Entgelt und das Kurzarbeitergeld reduziert sich.


Entwurf des Corona-Steuerhilfegesetzes: (teilweise) Steuerfreistellung des Arbeitgeberzuschusses zum Kurzarbeitergeld

Der Gesetzesentwurf sieht vor, die freiwilligen Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld bis zu 80 Prozent des ausgefallenen Entgelts steuerfrei zu stellen - entsprechend der sozialversicherungsrechtlichen Behandlung. Das ausgefallene Entgelt berechnet sich als Unterschiedsbetrag zwischen dem Soll-Entgelt und dem Ist-Entgelt. Die Steuerfreistellung soll rückwirkend ab März 2020 eingeführt werden und befristet bis zum 31.12.2020 gelten. Im Gesetzesentwurf ist außerdem vorgesehen, dass der bis zum Inkrafttreten der Gesetzesänderung vorgenommene Lohnsteuerabzug auf entsprechende Zuschüsse seit März 2020 vom Arbeitgeber grundsätzlich zu korrigieren ist.


Sobald das Gesetz endgültig verabschiedet ist, werden wir Sie hierüber informieren. 

Ihr Ansprechpartner

Elisabeth Eiffler

Steuerberaterin

E-Mail: elisabeth.eiffler@falk-co.de


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